Das Chassis

Während in der Spenglerei geschweisst, geklopft und genietet wurde, wurde in Brüttisellen das Chassis komplett zerlegt, jede einzelne Schraube abgebaut, gereinigt und aufbewahrt. Auch die Chassisteile wurden abgelaugt und fachgerecht grundiert. Für den Zusammenbau wurden spezielle hochvergütete Schaftschrauben verwendet. Beim Zusammenbau mussten alle Masse und die entsprechenden Toleranzen genau eingehalten werden. Der Wagen sollte nach abgeschlossener Restauration ja auch wieder genau so kontrollierbar sein wie vorher. Auf weiten Teilen der Chassisendholmen wurden leichte Verstärkungen angebracht, welche mit den erforderlichen Abschlepphaken versehen wurden. Bald war das Chassis bereit für die Lackierung (Bild 7).

Gleichzeitig wurde der Motor erst einmal genau inspiziert. Eine genaue Angabe der Laufleistung lag nicht vor, jedoch lief der Motor nach einigen Arbeiten tadellos. Eine genaue Analyse ergab jedoch, dass auch dieser komplett revidiert werden musste. Schritt für Schritt zerlegte man den Motor, reinigte die einzelnen Teile und vermass diese. Regelmässige Kontrollbesuche durch den Spezialisten erleichterten diese Aufgabe enorm. Das Ausmessen der Kolben und Lagerschalen bestätigten unsere Annahmen vollauf: Die grossen Kräfte hatten dazu geführt, dass die Lagerschalen zu viel Spiel aufwiesen. Zudem hatten sich die Kolben in Arbeitsrichtung mehrere Zehntel abgelaufen; eine ovale Kolbengeometrie war die Folge (Bild 8)!

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Bild 6 Bild 7 Bild 8


Der Ölfluss war im ganzen Block einwandfrei, jedoch hatten sich in den bewegten Teilen starke Ablagerungen gebildet: Altes Öl zersetzt sich bei langen Standzeiten, wobei sich Ablagerungen im Öl bilden. Nur regelmässiger Ölwechsel verhindert Ablagerungen im Motor. Die sehr hohen Beschleunigungskräfte an der Kurbelwelle verdichten die Ablagerungen zu einem festen «Kuchen». Diese Ablagerungen in der Kurbelwelle ragten bis unmittelbar an die Ölbohrungen. Es war nur eine Frage der Zeit, und der Ölfluss wäre an einigen Stellen unterbrochen worden. Die Zylinder wurden neu geschliffen und es wurden neue Masskolben eingepasst. Der Zusammenbau erfolgte in Brüttisellen und zum Schluss bei einem Motorenspezialisten in der Nähe (Bild 9).

Das Fahrwerk bzw. Chassis musste natürlich ebenfalls massiv angepasst werden. Der Wagen würde in nächster Zukunft wohl nicht mehr auf einer Rennstrecke bewegt. Jedoch würden unbefestigte Strassen, Schotterpisten und Flussdurchfahrten zu überwinden sein. Um die Bodenfreiheit etwas zu erhöhen, wurden die 17»-Speichenräder durch die nächstgrössere Dimension ersetzt. Zudem mussten die alten Blattfedern neuen und längeren Platz machen, was die Bodenfreiheit um weitere 5 cm vergrösserte (Bild 10).

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