Die Hochzeit

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Schon bald stand die «Hochzeit» an, Chassis und Karosserie wurden wieder vereint. Zum grossen Erstaunen aller passte alles perfekt zusammen (Bild 11 und Bild 12). Viele kleinere und grössere Arbeiten waren aber noch nötig, bevor der Wagen lackiert werden konnte. Endlich stand optisch wenigstens wieder ein Auto in der Werkstatt (Bild 13).

Der Fahrzeugboden wurde als Doppelboden ausgeführt, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen. In den dadurch entstandenen Fächern fanden aber auch Batterien, Benzinpumpen und Filter Platz. Alle relevanten Komponenten wurden in doppelter Ausführung eingebaut. Falls eine Gruppe ausfallen sollte, könnte man ganz einfach und ohne Elektronik auf die zweite umstellen. Der komplette Kabelbaum wurde von Grund auf neu aufgebaut. Alle einzelnen Kabel wurden so nach und nach zu einem beträchtlichen Strang. Jeder einzelne Verbraucher wurde durch konventionelle Stecksicherungen im neu gefertigten Sicherungskasten abgesichert. Es versteht sich von selbst, dass der neue Sicherungskasten dem originalen aufs Haar gleicht und sogar der ursprüngliche Deckel zum Einsatz kommt (Bild 14).

Natürlich braucht auch dieses Auto ein gewisses Mass an moderner Technik und Elektronik. Es wurde jedoch darauf geachtet, dass die Zuverlässigkeit an absolut erster Stelle steht. Für den normalen Betrieb wird diese Technik also nicht benötigt. Hilfsmittel wie Innenbeleuchtung (im ganzen Auto inkl. Staufächer), Sat-Tel., Navigation, Tripmaster etc. wurden so verbaut, dass der Fahrbetrieb in keiner Weise beeinträchtigt wird. Es stellten sich aber auch immer wieder kleinere und grössere Probleme, welche zu lösen waren. Die Originalbeleuchtung reicht gerade mal aus, um sich auf befestigten Strassen zu bewegen. Aus Sicherheitsgründen mussten aber die Leuchtmittel angepasst werden. Der Umbau auf H4 war optimal, denn der Lichtkegel erwies sich als gut. Zudem war so die Verfügbarkeit der eingesetzten Leuchtmittel auf der ganzen Reise gewährleistet. Zusätzliche Scheinwerfer wurden nach Kundenwunsch montiert, und Brems- und Blinkerleuchten wurden in LED-Technik umgesetzt. Die Standzeiten solcher LED-Leuchtmittel sind auch auf unbefestigter Strasse sehr hoch. Bei einer Rallye über eine so lange Distanz muss ein weiterer nicht unwesentlicher Faktor berücksichtigt werden: Die Betriebstemperatur des Motors soll sich in einem gewissen Temperaturfenster bewegen. Nun erwarten die Fahrzeuge und Teilnehmer auf der Strecke Peking-Paris jedoch Temperaturen von deutlich unter Null bis über 40°C. Das Kühlsystem musste also so weit optimiert werden, dass bei jeder Aussentemperatur eine akzeptable Betriebstemperatur herrscht. Die Sattler machten es erst möglich, dass der Kunde während den langen Fahrten «bequem» sitzen kann. Auch das einfache und leichte Verdeckgestänge wollte noch verkleidet werden. Das spärliche Cockpit verfügte nun über alle nötigen Hilfsmittel, um eine so anspruchsvolle Rallye zu meistern (Bild 15, 16). Nach ca. 14 Monaten waren wir bereit für eine erste Probefahrt (Bild 17).

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